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"Weltgeschichte am Zonenrand" - Berichterstattung zum Kleinmachnow-Museum


Wie erfreulich: Neben der MAZ und der PNN zeigt nun auch der Tagesspiegel (vgl. 23.04.2021) wieder Interesse an den Entscheidungsvorgängen um das künftige Kleinmachnow-Museum. Doch wer die Publikationen genauer liest, dem fällt auf: Wesentlich geht es dabei nicht um das Museum, sondern um Sophie Schulz. Das ist merkwürdig, denn das von ihr verfasste Konzept für ein Museum vor Ort war in den politischen Gremien und auch von den sich engagierenden Initiativen deutlich kritisiert worden. Zu wenig hatte man sich berücksichtigt, beteiligt und gefragt gefühlt. Zu wenig historische Sachkenntnis war deutlich geworden, zu sehr war auf andere museale Konzepte referenziert worden, deren Anwendbarkeit angesichts differierender Grundvoraussetzungen fraglich ist. Andererseits waren immer ein "Elfenbeinturm-Museum", waren "verstaubte Bestände" und das "Forschen von Wissenschaftlern" kritisch angeführt worden - so, als seien eben dies die unerfreulichen und nicht zeitgemäßen Ambitionen der beteiligten Initiativen. Weit gefehlt jedoch, liebe Frau Schulz. Wer sich in Kleinmachnow für das Museum engagiert, ist fachlich gebildet, lebt nicht selten seit seiner Geburt vor Ort und ist im Schnitt etwa 40 Jahre alt. Oder will hier etwa jemand unterstellen, es wäre möglich, ein historisches Museum qualitativ angemessen zu betreiben, wenn nicht im Hintergrund akkurate Forschung betrieben würde? Wir können uns nur wundern, dass die Presse Frau Schulz nach wie vor für "das Gesicht" der Museumsbestrebungen hält. Denn obwohl sich die Kuratorin inzwischen die Argumente und Beispiele ihrer Kritiker leidlich zu eigen gemacht hat, sind sowohl die Aktionsgruppe Stolpersteine als auch der Heimatverein der Auffassung, dass diese Art von personenbezogener Öffentlichkeitsarbeit den aktuell laufenden Prozess um wichtige Entscheidungen zum Museum mehr als nur erschwert. Diese Form der nicht legitimierten Selbstinszenierung gießt Öl ins Feuer der Debatte um nach wie vor ungeklärte Grundsatzfragen. Was bedauerlich ist, da sich ganz zuletzt tatsächlich politisch und konzeptionell hoffnungsvolle Annäherungen abzeichneten - dies jedoch gewisslich nicht dank des Betreibens von Sophie Schulz.

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